Kirchen & Kapellen

Von Sakralbauten über Hinterglasmalerei bis hin zu Votivtafeln

Kirche Fronau

Der Ort Fronau, in dem die romanische Kirche angesiedelt ist, ist alt, sehr alt.
Er liegt eingebettet in die einzigartige Landschaft des Naturparks Oberer Bayerischer Wald und wird bereits 1109 als Lehen des Bistums Bamberg erwähnt.

Im Jahre 1140 wurde das Gotteshaus als Wehrkirche errichtet, um den Bewohnern bei Bränden und Angriffen durch Feinde Zuflucht gewähren zu können. Patron ist der heilige Diakon und Erzmärtyrer Stephanus.
Früher umgab die Kirche ein Friedhof, heute finden Sie Ruhe und Stille am schattigen Kirchplatz.
Im Inneren der Kirche gibt es eine Fülle an Heiligenfiguren, Altären und Holztafeln. Besonders ansprechend ist der Kreuzweg auf Hinterglasmalerei,
der mit Tönen in leuchtendem Zinnoberrot und intensivem Blau ins Auge fällt. Rätsel geben dagegen immer noch die an der Kirchendecke abgebildeten Wappen auf. Forscher versuchen bis heute dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, wem diese Wappen zuzuordnen sind und was sie mit der Kirche Fronau zu tun haben.

 

Kirche Neubäu

Der bekannte Architekt Johann Baptist Schott selbst hat den Bau der Kirche in Neubäu vorangetrieben. Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, ließ er sich bei seinen Plänen von den prachtvollen Gebäuden der Romantik inspirieren, die nicht umsonst als himmlische Festungen bezeichnet werden.

Entstanden ist die beeindruckende Kirche Mariä Namen, deren Hochaltar in Gold und Weiß auf grauem Marmor die Krönung des Gotteshauses ist.
Im linken Seitenaltar tritt dem Besucher ein kunstvoll gezeichneter Christus entgegen, auf dem rechten Seitenaltar die Heilige Familie vor einem Gold schimmernden Gebäude. Zu Zeiten der Romantik arbeitete man meist mit gefühlvollen Darstellungen, damit die Gläubigen ihre Religion nicht nur mit dem Versand, sondern auch mit dem Herzen aufnehmen konnten und das wurde in der Kirche Mariä Namen mit viel Kunstsinn und Mühe umgesetzt.

 

Kirche Strahlfeld

Erbauer der Kirche im Rodinger Ortsteil Strahlfeld war Freiherr Dietrich Heinrich von Plettenberg und geweiht wurde sie der Heiligen Dreifaltigkeit,
die sich in der kunstvollen Gestaltung des Altarreliefs wiederfindet.

Außerdem ist die heilige Barbara abgebildet, die im Mittelalter sehr beliebt war und zu den vierzehn Nothelfern zählte. Als weitere Heilgenfiguren sind der heilige Philipp Neri und der heilige Diakon Laurentius zu sehen. Letzterer hat sein Martyrium auf einem glühenden Rost erlitten. Sehenswert ist zudem der Hl. Rochus im Kirchenschiff, der sein Gewand zurückschlägt um als Pestheiliger seine Wunden zu zeigen.
An der Westseite der Kirche wurde zu Ehren von Dietrich von Plettenberg und seiner Gattin Margarita Magdalena von Muggenthal ein Grabdenkmal errichtet.
 

Kirche Trasching

Seine Besucher begrüßt der Ortsteil Trasching mit einem schönen Blick auf die etwas erhöht liegende Kirche am Ortseingang, umgeben von Bäumen und Sträuchern. Geweiht wurde sie der Heiligen Jungfrau und schmerzhaften Mutter Maria.

Im Jahr 1931 opferte das Ehepaar Hofinger sein Haus, um den Bau der Kirche auf ihrem Grundstück zu ermöglichen. Bereits im Winter begann man damit Steine für die Kirche auf der Perlbachinsel zu behauen, sodass direkt nach der Schneeschmelze mit den Erdarbeiten begonnen werden konnte. Im Herbst 1932 wurde die Kirche bereits geweiht.

Als Blickfang der Traschinger Kirche gilt der wunderschöne Altarraum, wo der Hochalter, verschiedene Gemälde und der moderne Altar eine harmonische Einheit bilden.

Taufkapelle Roding

Die Josefikapelle gehört zu den ältesten Sakralbauten Bayerns und ist Teil der Rodinger Urkirche. Im später aufgesetzten Obergeschoss können Fresken bestaunt werden, die Sie mit verschiedenen Darstellungen wie bspw. dem Kampf des heiligen Georgs mit dem großen Drachen in ihren Bann ziehen werden. Früher als Beinhaus, also als Aufbewahrungsstätte für die Gebeine von Toten benutzt, befindet sich heute im Untergeschoss der Taufkapelle eine Kriegergedenkstätte.

Die an die Josefikapelle grenzende Annakapelle ist an die alte Friedhofsmauer angebaut. Dort können Sie das berühmte Rodinger Totentanzfresko bewundern. Ein wenig schaurig wir einem zumute, wenn man das Bild betrachtet, in dem Arme und Reiche, Tote und Lebende zusammenstehen. „Arm und Reich alles gleich“ kann man im Schriftband unter dem Fresko entziffern: Wir alle sind dem Tod ausgeliefert, egal wer oder was wir sind.

Kapelle Regenpeilstein

Die Klausenkapelle, aus dem Jahre 1746, finden Sie in der Anlage der Burg Regenpeilstein.
Die Burg war vermutlich eine Zwischenstation für Pilgernde, die auf dem Weg nach Rom oder Santiago in Spanien waren. Das Augenmerk der Kapelle liegt auf dem gegeißelten Heiland oder auch Wiesheiland genannt. Das Motiv des Jesus an der Geißelsäule war seit dem Bau der berühmten Wieskirche bei Steingaden bei Gläubigen bekannt und beliebt, sodass Wallfahrten zum Wiesheiland immer häufiger wurden. Viele Wahlfahrtsorte, so auch Regenpeilstein, profitierten von dieser Entwicklung, indem sie im Kapellenraum kunstvolle Votivbilder des leidenden Jesu einarbeiten ließen, die heute noch sehr gut erhalten sind und besichtigt werden können.

Kapelle Kalsing

Die Kapelle Kalsing, auch bekannt unter dem Namen St. Bartholomäus, gehörte zur Burg Kalsing, von der heute nur noch Bodenreste erhalten sind. Zunächst war die Burgkapelle dem Patron der Pilger, dem heiligen Jakobus geweiht, dessen Platz im Laufe der Zeit der Apostel Bartholomäus einnahm.

Bekannt ist der Heilige als der geschundene Märtyrer, da sein Tod durch Häutung herbeigeführt wurde. Deshalb wird er in der Kapelle mit einem Messer und einem Buch in den Händen dargestellt.
Sehenswert ist auch der Kreuzweg der Kapelle, der in 14 Stationen die Leidensgeschichte Jesu darstellt. Vor allem in der Fastenzeit und besonders in der Karwoche werden Sie dort den einen oder anderen Gläubigen sehen, der in seine Bitt- und Dankgebete vertieft ist.